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Das Motto der diesjährigen Buchmesse versteht sich als eine motivierende Aufforderung, eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Dabei sollte menschliche Kreativität die Hauptrolle spielen.
Das Motto der diesjährigen Buchmesse versteht sich als eine motivierende Aufforderung, eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Dabei sollte menschliche Kreativität die Hauptrolle spielen.
Foto: Boris Roessler/dpa
Andrea Kachelrieß Andrea Kachelrieß
Reporterin Stadtkultur & Events
Liebe Leserin und lieber Leser,
auch bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Buchmesse in Frankfurt war Künstliche Intelligenz eines der am intensivsten diskutierten Themen. Wie in vielen anderen kreativen Bereichen ist KI in der Verlagsbranche Segen und Fluch zugleich. Sie ist zum einen ein Werkzeug, das Autoren bei der Recherche oder Verlagen bei der Erfassung und Verarbeitung von Daten helfen kann. Andererseits ist KI eine Datenkrake, die zum Training oft mit geschützten Werken gefüttert wird - und neue in Rekordtempo ausspuckt.
Bei der Berichterstattung meines Kollegen Jürgen Kanold von der Frankfurter Buchmesse fiel mir ein Zitat von Sebastian Guggolz auf, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels warnte vor einem doppelten Raubzug: „Wenn die Politik jetzt nicht handelt, beraubt uns die KI nicht nur weiterhin millionenfach urheberrechtlich geschützter Werke, sondern langfristig auch unseres Denkens.“ Es brauche bessere Regeln und Gesetze, so die Forderung.
Manche Bereiche des Buchmarkts sind besonders von KI-generierten Inhalten betroffen, Sachliteratur und Kinderbücher zum Beispiel. Ratgeber oder Kochbücher, in denen Texte und Bilder klar vorgegebenen Mustern folgen, lassen sich leicht automatisiert erstellen. Verlage beklagen Umsatzeinbußen und eine durch hohe Fehlerquoten verunsicherte Leserschaft.
Mit Hilfe von generativen Text-Modellen und KI-Bildgeneratoren ist auch ein Kinderbuch in Rekordzeit fertiggestellt. Insgesamt 17 deutschsprachige Kinder- und Jugendbuchverlage wollen deshalb den eigenen Qualitätsanspruch besser herausstellen und sind bereits dazu übergegangen, ihre Titel explizit als „KI-frei“ auszuzeichnen. Das neue Label „Von Menschen · geschrieben · gestaltet · geprüft“ wurde pünktlich zur Frankfurter Buchmesse eingeführt.
Mit dabei ist auch der Stuttgarter Kosmos-Verlag. Dessen Programmchefin Juliane Voorgang sagt stellvertretend für die beteiligten Verlage: „Generative KI verändert die Möglichkeiten der Buchproduktion grundlegend. Umso wichtiger ist es, transparent zu machen, wofür wir als Verlage stehen: für kreative Arbeit von Menschen und für eine redaktionelle Verantwortung, die wir nicht delegieren. Gerade bei Büchern für Kinder und Jugendliche ist das für uns ein wesentliches Qualitätsversprechen.“
Ein solches Versprechen sind auch die für den Deutschen Buchpreis nominierten Titel. Sie sind menschengemacht und geprüft, ihre Lektüre ist auf jeden Fall ein Gewinn, das beschreibt meine Kollegin Christina Tilman am Beispiel der Preisträgerin Shida Bazyar und ihres ausgezeichneten Romans „Die Lücken“, der von deutschem Erinnern und Vergessen erzählt.
Viel Spaß beim Selberlesen wünscht Ihre
Andrea Kachelrieß
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